Informationsabend am 15.11.2017

Jeder kann helfen
Der Pate einer Flüchtlingsfamilie erzählt

Ich kannte sie alle, die Bilder aus Syrien, dem Irak oder aus Afghanistan: Zerbombte  Städte, verängstigte, ausgehungerte Kinder und Erwachsene, Berichte von grausamen Tötungen, Folterungen und Vergewaltigungen.
Doch plötzlich sah ich auf den Straßen von Lauf Menschen, die diesen Bildern entkommen waren. Sie, die unter dem Riskieren ihres Lebens und unter kaum vorstellbaren Strapazen ihre Heimat verlassen mussten und nun mein Heimatland erreicht hatten. Viele sind bereits als Flüchtlinge anerkannt und froh, dass sie nun bei uns in Sicherheit leben dürfen. Das Leben in den Unterkünften und die für sie oft sehr schwierigen Probleme unseres täglichen Lebens machen diese Menschen jedoch nicht immer glücklich. Oft spüren sie außerdem Misstrauen, Ablehnung und finden keine Kontakte, obwohl sie sich bei uns integrieren, unsere neuen Nachbarn werden möchten und wahrscheinlich auch sein werden. Ich wollte dabei nicht tatenlos zusehen, sondern einfach etwas dafür tun, dass sich die Flüchtlinge bei uns aufgenommen fühlen. So kam es mir gelegen, dass mir die Übernahme einer Patenschaft angetragen wurde. Ich sagte zu und es war ein Start von Null auf Hundert. Plötzlich stand Jussuf vor mir, der es nach zwei Jahren, zu Fuß, mit dem Boot und dem Bus unterwegs, zu uns geschafft hatte. Aber da waren noch seine Frau und seine 8 Kinder. So war ich plötzlich Pate einer zehnköpfigen anerkannten Flüchtlingsfamilie. Ich war unsicher, ob die Herausforderung nicht zu groß wäre, aber es ging gut, es macht mir unheimlich Freude und gibt mir persönlich sehr, sehr viel. Natürlich gibt es auch Frust, wenn ich mit dem Bürokratismus konfrontiert werde und manchmal bei anderen Menschen Menschlichkeit vermissen muss. Oder, wenn man merkt, dass zwischen unserer und der arabischen Auffassung gewisser Dinge Welten liegen können. Aber die Freude überwiegt, wenn man z. B. für den Vierjährigen einen Kindergartenplatz oder für den Siebzehnjährigen ein Mitspielen bei einem Fußballverein organisiert hat. Wenn man merkt, dass sich ein Kinderarzt meinem Anliegen aufgeschlossen zeigt, alle 8 Kinder an einem Termin impft und das auch noch bei den Eltern macht. Ich habe äußerst gastfreundliche Leute kennengelernt, die gerne das Wenige, das sie haben, mit anderen teilen und ich sah das Leuchten in ihren Augen, das mir selbst Licht in das eigene tägliche Leben brachte.

Der Familienpate

 
Flüchtlinge brauchen Freunde…

… beim Ankommen hier in Deutschland. Was für uns alltäglich und einfach erscheint, kann für Neuankömmlinge zu einer großen Herausforderung werden. Unterschiedliche Aufgaben und Fragestellungen warten auf die betroffenen Personen. Da ist es schön einen Unterstützer zu haben der einem unter die Arme greift und begleitet. Werden sie so genauso ein Unterstützer: Pate oder Patin für einzelne Personen oder eine Familie die seit kurzem in Deutschland leben. Unterstützen sie gezielt bei den unterschiedlichsten Aufgaben, Herausforderungen und Fragestellungen.
Bei ihrem freiwilligen Engagement werden sie dabei von anderen erfahrenen ehrenamtlichen Helfern und Hauptberuflichen der Asylberatung fachlich und persönlich unterstützt.

Interesse geweckt? Dann kommen sie zur Informationsveranstaltung des AK Asyl Lauf in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Lauf
am Mittwoch, den 15. November 2017 um 20:00 Uhr in den Johannissaal (Kirchenplatz 11)

Wir suchen Menschen, die sich auch für unsere Neubürger engagieren möchten und eine Patenschaft übernehmen würden. Informationen unter kontakt@ak-asyl-lauf.de bzw. 09123/9993860 (AB).



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Informationsabend am 15.11.2017